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 Schi'a im Islam

         
salem



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: 15/11/2007

: Schi'a im Islam    16, 2007 4:01 pm

Schi'a im Islam





  • DER NACHFOLGER DES PROPHETEN

  • Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) und seine Sunna sind fr die Muslime das beste Vorbild zum lebendigen Ausfhren des Qurans. Fr das Treffen wichtiger Entscheidungen zeigte der Prophet zwei Möglichkeiten:
    - Die Diskussion und Entscheidung in einem Rat, in der Schura.
    - Die Entscheidung entsprechend des direkten Vorschlages des Propheten.
    Eine wichtige Entscheidung in der frhen Geschichte des Islam war die Frage der Nachfolger des Propheten. Es wird berliefert, daß der Prophet bei seiner letzten Pilgerfahrt nach Mekka in einem Ort Ghadir Khum in der Nähe von Mekka in seiner Abschiedspredigt seinen Cousin und Schwiegersohn Ali ibn abi Talib vor der versammelten Menschenmenge als seinen Nachfolger empfohlen hat. Dies verstehen die meisten Schiiten als Wahl Alis zum Fhrer der muslimischen Gemeinschaft nach dem Tod des Propheten.
    Ali war den Menschen zur Zeit des Propheten gut bekannt und hoch geachtet. Er war der Sohn von Abi Talib, dem Onkel Muhammads (Friede sei mit ihm). Khadidja (die erste Frau des Propheten) und Ali waren die ersten Menschen, die Muhammad (Friede sei mit ihm) als Propheten Allahs anerkannten. Ali kam schon als Kind (nach einigen Überlieferungen mit zehn Jahren) in die Obhut Muhammads (Friede sei mit ihm) und wuchs an der Seite des Propheten auf. So wurde er vom Propheten selbst erzogen und lernte direkt von ihm, die islamische Lehre zu praktizieren.

    DIE SCHI'A


    Die Schia ist eine der islamischen Rechtsschulen, die in vielen Ländern der islamischen Welt verbreitet ist. Weltweit gibt es ca. 250.000.000 Schiiten, das sind ca. 20% der muslimischen Bevölkerung auf der Welt. Die Schiiten leben hauptsächlich in Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan, Teilen von Russland, Jemen und auch als Minderheiten in Saudi Arabien, den Emiraten und Indonesien.
    Die Strömungen in der Schi'a


    Es seien hier die drei größten Gruppen der schiitischen Rechtsschule genannt:


    • Die Imamiten
    • Die Zaiditen
    • Die Ismailiten

    1. Die Imamiten
    Die Imamiten werden nach einem ihrer theologischen Prinzipien ( ideologische Glaubensgrundsätze ) benannt, nämlich dem Imamat, der Nachfolgerschaft des Propheten durch die zwölf Imame. Wegen der Zahl Zwölf werden sie auch Zwölfer-Schia (Ithna ashari) genannt. Sie stellen die größte Gruppe unter den Schiiten dar. Wie fr die anderen Rechtsschulen dienen den Imamiten der Quran und die Sunna des Propheten als wichtigste Quellen. Ebenso ist die Kaaba in Mekka die heiligste Stätte, Ziel der Pilgerfahrt und Gebetsrichtung.
    Die theologischen Prinzipien


    Dem grundsätzlich Glaubensbekenntnis Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Allah , und ich bezeuge, daß Mohammad sein Gesandter ist folgend die theologischen Prinzipien. Diese lauten:


    <LI>Tauhid:
    Der Glaube an einen einzigen Gott.

    <LI>Adl:
    Gerechtigkeit Gottes, aufgrund Seiner Barmherzigkeit und Seinem Wissen.

    <LI>Nubuwwat:
    Glaube an alle Propheten, von Adam bis Muhammad (Friede sei mit ihm), dem Siegel der
    Propheten.

    <LI>Imamat:
    Zw&ouml;lf Imame als Nachfolger des Propheten aus seiner Familie in
    erblicher Folge ber Ali und Fatima (die Tochter des Propheten
    Muhammad, Friede sei mit ihm). Der Imam ist gleichzeitig politischer
    und geistiger Fhrer.
    Die zw&ouml;lf Imame waren in ihren Zeit stets von den Ummayatischen und Abbassidischen
    Herrschern verfolgt, so da&szlig; sie nie die politische Fhrung inne haben konnten. So sorgten sie
    als geistige Fhrer durch lehren und praktischem Ausleben der
    islamischen Werte fr die Erhaltung der islamischen Lehre. Hussein,
    der dritte Imam wurde durch seinen Einsatz gegen die ungerechte
    und korrupte Herrschaft Yazids von der Dynastie der Ummayaden in
    einer k&auml;mpferischen Auseinandersetzung ermordet. Sein Todestag
    ( der 10. Tag Muharram, der erste Monat im islamischen Kalender) ist
    ein bedeutender Erinnerungstag. Der 12. Imam lebt in Verborgenheit
    und wird als Imam Mahdi zur Endzeit wieder erscheinen. Bis dahin
    gibt es Fughaha, die rangh&ouml;chsten Gelehrten der Zeit, die ihn
    vertreten. Diese Imame der Zeit haben als vorbildliche Muslime die
    Geschicke der islamischen Gesellschaft im Einklang mit der ewig
    gltigen Lehre Allahs zu leiten und hieraus fr die aktuellen
    Gegebenheiten und Fragen des Alltags L&ouml;sungen und Antworten zu
    erarbeiten.

  • Maad:
    Glaube an das Leben nach dem Tod und an das Jngste Gericht.
    An diesem Tag wird jeder Mensch gem&auml;&szlig; seiner Taten von Allah
    entlohnt.
    - Die rituellen Handlungen


    Den theologischen Prinzipien (ideologische Glaubensbekenntnisse) folgen die praktischen rituellen Handlungen, die namentlich im Quran aufgefhrt sind:<LI>Das rituelle Gebet
    Fnf Gebete verteilt auf bestimmte Tageszeiten sind aktive Erinnerung und Auspr&auml;gung der direkten Verbindung des Menschen zu Gott.
    So ertrage geduldig, was sie sprechen, und lobpreise deinen Herrn vor Sonnenauf- und (Sonnen-)untergang; und lobpreise Ihn in einem Teil der Nacht und nach jedem Gebet. Quran, Sure 59:39-40

    <LI>Das Fasten
    W&auml;hrend eines bestimmten Monats (Ramadan, 9. Monat im islamischen Kalender) soll der Mensch durch besondere Enthaltsamkeit und bestimmte Aktivit&auml;ten sein soziales und ethisches Verhalten ben, um so Allah n&auml;her zu kommen:
    Enthaltsamkeit: keine Nahrungsaufnahme, kein Rauchen, kein Geschlechtsverkehr zwischen Morgend&auml;mmerung und Sonnenuntergang. &Uuml;berwindung von Ha&szlig;, Neid und Feindschaft.
    Aktivit&auml;ten: intensiver auf innere und &auml;u&szlig;ere Reinheit achten, Verwandten, Freunden und Nachbarn Freundlichkeit und Gunst erweisen, Einsatz fr Gerechtigkeit, Vers&ouml;hnung und Frieden.
    Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Quran als Rechtleitung den Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und Unterscheidung (zwischen Gut und B&ouml;se). Wer von euch also in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder auf Reise, so (kann er) eine (gleiche) Anzahl anderer Tage ( fasten)- Allah will es euch nicht schwer machen- damit ihr die (vorgeschriebene) Anzahl (der Fastentage) vollendet und Allah rhmt, da&szlig; Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. Quran, Sure 2:185

    <LI>Die Entrichtung von Zakat und Khums
    Im islamischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem sind zwei Abgaben fr die Muslime vorgesehen, n&auml;mlich Zakat ,ein fester Prozentanteil vom Eigentum und Khums , der abh&auml;ngig von der H&ouml;he des Einkommens berechnet wird. Unter Beachtung eines Mindestfreibetrages werden am Jahresende 2,5% als Zakat und nach Abzug aller Ausgaben 20 % als Khums abgegeben. Diese Betr&auml;ge werden nicht automatisch abgezogen, sondern sind von den Muslimen freiwillig zu entrichten.
    Es ist keine Fr&ouml;mmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet; Fr&ouml;mmigkeit ist vielmehr, da&szlig; man an Gott glaubt, den jngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Besitz -obwohl man ihn liebt- den Verwandten gibt, den Weisen, den Armen, dem Wanderer, den Bettlern und fr den Freikauf von Sklaven, da&szlig; man das Gebet verrichtet, und die Zakat bezahlt. Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben, und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegzeiten geduldig sind, sie sind es, die wahrhaft und Gottesfrchtig sind.
    Quran, Sure 2:177.
  • Die Pilgerfahrt (Hadj)</I>
    Jeder Muslim soll einmal im Leben -wenn er gesundheitlich und finanziell hierzu in der Lage ist- zu einer bestimmten Zeit nach Mekka pilgern. Diese Pilgerzeit liegt im Monat Dhul Hadjdjah , dem 12. Monat im islamischen Kalender. W&auml;hrend dieser Pilgerfahrt hat der Muslim verschiedene rituelle Handlungen zu vollziehen, die ihn mit dem Gedenken an Allah und Erinnern an die islamische Geschichte Allah n&auml;herbringen.
    Dieses Treffen aller Muslime am Ort des ersten Gotteshauses -erbaut durch den Propheten Abraham und Fixpunkt der Gebetsrichtung aller Muslime der Welt - dient auch zur St&auml;rkung der islamischen Gemeinschaft und dem Erfahren der Vielfalt in Allahs Sch&ouml;pfung.
    Wahrlich, das erste Haus, das fr die Menschen errichtet worden ist, ist das in Bakka, ein Segen und eine Rechtleitung fr (die Menschen) aller Welt. Darin sind deutliche Zeichen, so die St&auml;tte Abrahams; wer dort eintritt, ist in Sicherheit. Die Menschen sind Gott gegenber verpflichtet, zu Seinem Haus zu pilgern- jene, die dazu die M&ouml;glichkeit finden. Doch wenn jemand den Glauben verleugnet, so ist Gott wahrlich auf Seine Gesch&ouml;pfe nicht angewiesen. Quran, Sure 3:96-97.
  • Das Rechte gebieten und das Unrecht verhindern
    Der Mensch hat die M&ouml;glichkeit , mit Allahs Hilfe zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Er hat die Pflicht, durch stetes Streben, Mhen und Lernen recht zu
    handeln und durch beispielhaftes Verhalten sich und andere fr das Rechte und gegen das Unrecht anzuspornen.
    Und es soll unter euch eine Gemeinschaft sein, die zum Guten aufruft und das Rechte gebietet und Unrecht verwehrt. Sie sind es, die erfolgreich sein werden. Quran, Sure 3:104
    Die Feier- und Gedenktage


    An Feier- und Gedenktagen wird durch Erinnerung an Vorkommnisse und Pers&ouml;nlichkeiten der Geschichte des Islams gedacht, die von besonderer Bedeutung sind. Im folgenden seien einige der wichtigsten erw&auml;hnt.
    -- Mabath:
    An diesem Tag, 27. Radjab (7. Monat im islamischen Kalender), wird die erste Offenbarung und somit die Berufung Muhammads (Friede sei mit ihm) zum Propheten Allahs gefeiert. In diesen Feierlichkeiten wird der zweiten S&auml;ule des islamischen Glaubensbekenntnisses gedacht, n&auml;mlich da&szlig; Muhammad (Friede sei mit ihm) der Gesandte Allahs ist.
    -- Al Ghadar (Nacht der Bestimmung):
    In dieser Nacht (einer der letzten zehn N&auml;chte in Fastenmonat) wurde der Quran herabgesandt. Die Muslime gedenken diesem Ereignis mit Gebeten und Quran-Rezitation.
    -- Ramadanfest:
    Nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan wird der 1. Tag des n&auml;chsten Monat (1.Schawwal) gefeiert. Durch Id-Gebet und Feierlichkeiten danken die Muslime Allah fr den gesegneten Monat, in dem sie auf dem Wege Allahs geistige und k&ouml;rperliche Reinheit erstreben konnten.
    -- Opferfest:
    Dieses Fest liegt in der Pilgerzeit. Am 10. Tag des 12. Monats im islamischen Kalender (Dhul Hadjdjah). Das Opferfest ist die Erinnerung an Prophet Abraham, seine Ehrfurcht, Demut und Gl&auml;ubigkeit Allah gegenber und seine Bereitschaft, auf Allahs Gebot Ihm auch das liebste zu opfern. Mit der Erinnerung an diese Opferbereitschaft wird der hohen Position Abrahams und der Beziehung Mensch-Allah gedacht.
    -- Geburts- und Todestag von Fatima, der Tochter des Propheten:
    An diesen Tagen (nach einigen &Uuml;berlieferungen 20. Tag des 6. Monats -Djamadi Akhir- / 3.Tag des 5. Monats - Djamadi Aval- im islamischen Kalender) wird in Reden und Veranstaltungen auf die aktive, gesellschaftskritische und in der Gesellschaft pr&auml;sente Lebensweise Fatimas erinnert. Fatima gilt als Vorbild fr eine selbstbewu&szlig;te, aktive und politisch engagierte Muslima.
    -- Ghadir Khum-Fest:
    An diesem Tag ( 18.Tag des 12. Monats im islamischen Kalender ) der Abschiedspilgerfahrt des Propheten ernannte dieser selbst w&auml;hrend der Rckkehr von der Pilgerreise in der N&auml;he des Wstenortes Ghadir Khum Ali zu seinem Nachfolger. Dieser Tag steht stellvertretend fr das theologische Prinzip Imamat, der Nachfolgerschaft des Propheten aus seiner Familie.
    -- Aschura:
    Der 10. Tag des ersten Monats im islamischen Kalender, Muharram, gilt als der Gedenktag fr den selbstlosen Einsatz auf dem Wege Allahs. An diesem Tag
    wurde Hussein, der Enkel des Propheten und 3. Imam, und der gr&ouml;&szlig;te Teil seiner Familie w&auml;hrend einer Schlacht gegen die politischen Machthaber seiner Zeit get&ouml;tet. Die Schlacht wurde von Yazid aus der Dynastie der Ummayyaden gefhrt, um jeglichen Widerstand der Nachkommen des Propheten gegen seine Tyrannei zu zerst&ouml;ren.

    2. Die Zaiditen
    Diese Gruppe der Schiiten beruft sich, wie der Name sagt, auf Zaid ibn Ali (gest. 740), dem Bruder von Muhammad al-Bagir, also einem Ur-Ur-Enkel des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) . Zus&auml;tzlich zu den Imamen aus der Familie des Propheten werden auch Imame anerkannt, die nicht der Familie des Propheten entstammen, wie z. B. Abu Hannifa, al-Ghazali u.a. .
    Bei den Zaiditen wird statt Imamat die Vernunft Aghl als eine der S&auml;ulen der theologischen Prinzipien genannt. In der Praxis bedeutet dies, da&szlig; Vernunft als Hauptrichtlinie bei rechtlichen und theologischen &Uuml;berlegungen sowie Hauptkriterium bei der Textexegese (Qur`an und Sunna) gilt. Au&szlig;erdem gibt es keine Erwartung eines Imam Mahdi als Endzeiterscheinung, weder im schiitischen noch im sunnitischen Sinne.
    Im gesellschaftlichen Leben gilt der religi&ouml;s-ethische und politische Bereich nicht als getrennt, religi&ouml;se und politische Fhrung k&ouml;nnen jedoch unterschiedlich sein.
    Die Zaiditen leben derzeit haupts&auml;chlich in Jemen.

    3. Die Ismailiten
    &Auml;hnlich wie bei den Zaiditen beziehen sich die Ismailiten auf einen direkten Nachkommen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), n&auml;mlich Ismail (gest. 765), dem Sohn des 6. Imam der Imamiten Djafar as-Sadigh und Bruder des 7.Imam Umsah al-Kazim. Ismael wird als der eigentliche 7. Imam betrachtet, weshalb diese Gruppe auch als 7er Schiiten bezeichnet wird. Die 7 Imame werden in Verbindung mit der mystischen Zahl 7 gesehen und als Manifestation des kosmischen Prinzips der geistigen Fhrung betrachtet.
    Eine andere Bezeichnung dieser Gruppe - Batiniya - verdeutlicht die schwerpunkt-m&auml;&szlig;ige Betrachtung der inneren Werte des Islam und somit eine spirituelle Entwicklung des Einzelnen, bei Textinterpretationen wird eine besondere Betonung der inneren Bedeutung vorgenommen.
    Dieses Verst&auml;ndnis fhrt dazu, da&szlig; einige rituelle Handlungen in der Ausfhrung anders interpretiert werden, als in den anderen Rechtsschulen allgemein blich ist.
    Die Ismailiten leben haupts&auml;chlich in Pakistan und Indien.
    
 
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